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Kommunale Verkehrsüberwachung - Die Abzocke läuft
Herbert Uhl protestiert beim Bürgermeister
27.4.2006

Die Auswüchse bei der kommunalen Verkehrsüberwachung waren absehbar: Es wird nicht an den Gefahrenstellen geblitzt, sondern da, wo man am einfachsten abkassieren kann. Herbert Uhl hat in einem Schreiben an Bürgermeister Niedergesäß dagegen protestiert:

Sehr geehrter Herr Niedergesäß,
die kommunale Verkehrsüberwachung führt offensichtlich genau zu dem von mir und vielen anderen Bürgern befürchteten Ergebnis. Geblitzt wird nicht an Gefahrenstellen, sondern meist dort, wo selbst der besonnenste Autofahrer teilweise überzogene Tempolimits nicht sklavisch ernst nimmt.
So z.B. außerhalb Parsdorfs an der langen, übersichtlichen Geraden zum Kreisel, wo bereits 56 km/h eine Rechnung von 15 Euro einbringen. Als ob jemand mit diesem Tempo durch den Kreisel "rasen" würde.
Bisher haben wir noch keinen Blitzer an einer wirklichen Gefahrenstelle erlebt, da dort fast alle (zu Recht) extrem vorsichtig fahren. Da die Kosten aber gedeckt werden müssen, kassieren sie eben an solchen Stellen ab. Daß sie es auf faire Weise nicht schaffen, beweist aber nur, daß sie eigentlich überflüssig sind.
Die sicher nicht wenigen Betroffenen wagen es allerdings nicht, sich dagegen aufzulehnen, aus Angst, in einen Topf mit den "unbelehrbaren Rasern" geworfen zu werden, über deren "Erlegung" die Zeitungen regelmäßig mit offensichtlicher Genugtuung berichten, eine moderne Form des mittelalterlichen Prangers, mit der eine scheinheilige Gesellschaft ihr schlechtes Gewissen beruhigt.
Ich möchte deshalb anmerken, daß ich selbst bisher noch nicht betroffen war, weil ich das Autofahren in der Gemeinde angesichts der zunehmend unzumutbaren Verkehrsverhältnisse nach Möglichkeit vermeide, was ja offensichtlich erwünscht ist. Meinem Verständnis von einer lebens- und liebenswerten Gemeinde entspricht dies allerdings nicht.

Mit freundlichem Gruß
Herbert Uhl