Haushalt 2009 - Verschuldung Vaterstettens
erreicht neue Rekordhöhe Überraschendes Eingeständnis: Der Finanzplan entspricht
nicht der künftigen Realität 28.3.2009
Der Haushalt 2009 mit einem Schuldenanstieg
auf über 11 Millionen ist der Offenbarungseid der Niedergesäß-Administration.
Noch auf dem Neujahrsemfang 2009 hatte sich der Bürgermeister mit offenkundiger
Häme über die Warnungen von Freien
Wählern und BI im Wahlkampf vor einem Jahr mokiert. Diese hatten -
basierend auf dem offiziellen Haushaltsplan - aber genau den jetzt eingetretenen
Trend vorgezeichnet. Daß sich das ganze um ein bis zwei Jahre verzögert
hat, liegt ausschließlich an der überraschend günstigen
Konjunktur in 2008, die weder das Verdienst der Vaterstettener CSU noch
vorhersehbar war, sowie an
der Verzögerung einiger Projekte.
Auch die jetzige Prognose mit einem Schuldenrückgang ab 2011 ist
Augenwischerei, wurden doch die Kosten für eine Reihe bereits in Planung
befindlicher Projekte einfach unterschlagen. Dabei kommt es nicht auf die
genaue Höhe der Schulden an, die niemand voraussagen kann, sondern
darauf, daß sie weit über die jetzt angesetzten 11 Millionen hinausgehen
werden.
Daß sich die SPD traditionsgemäß an der Schuldenmacherei
beteiligt, ist keine Überraschung. Herr Dr.Niebler und die CSU dagegen wollten mit ihrem
Antrag "sichtbar machen, wer wie denkt". Dafür muß man Ihnen sogar
dankbar sein.
Freie Wähler und BI denken in Sparkategorien, die über 2 Millionen
Einsparungen möglich erscheinen lassen.
Dies beinhaltet auch schon beschlossene, aber vermeidbare Maßnahmen,
u.a.der DSL-Zuschuß für Neufarn (den
man sich aus dem Konjunkturprogramm hätte holen können) oder Kosten
für den neuen Kindergarten in Parsdorf, die weit über den staatlichen
Fördersätzen liegen, was wohl auf einige Luxuskomponenten zurückzuführen
ist. Dagegen wirkt allerdings der aus unserer Sicht sinnvolle Verzicht auf
den Verkauf des Grundstücks an der Finkenstraße (750.000), aber
das ist ja kein verlorenes Geld.
In der Tat hat man unserer Kritik nichts mehr entgegenzusetzen. Das
Eingeständnis ist im "Lebendigen Vaterstetten" vom April auf Seite
5 unten zu finden:
"Der Finanzplan zeichnet aktuell ein durchaus
positives Bild, das aber nicht ganz der künftigen Realität
entsprechen wird. Sowohl die Generalsanierungen der Schulen, als auch
der Ausbau der Krippenplätze werden in den nächsten Jahren den
Gemeindehaushalt spürbar belasten. Auch die Zuschüsse über
das Konjunkturpaket II werden nicht die erhoffte Entlastung bringen. Die
künftigen Vermögenshaushalte benötigen daher dringend Entlastungsmaßnahmen.
Entgegen der dargestellten Planung werden in den nächsten Jahren
ohne das Aufzeigen von deutlichen Einnahmepotentialen (z. B. Grundstücksveräußerungen)
weitere Kreditaufnahmen unausweichlich sein."
Nach diesem Eingeständnis wäre es an der Zeit, daß sich CSU
und FDP für die im Wahlkampf 2008 gegen FW und BI erhobenen Vorwürfe
der Bürgertäuschung, Verunglimpfung und Volksverdummung entschuldigen.