Schulden steigen stärker als
befürchtet - Späte Einsicht der Mehrheit Klarstellung von FW und BI zum Abschlussbericht
der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur zukünftigen Haushaltspolitik
der Gemeinde Vaterstetten 24.7.2009
Der Abschlussbericht
bestätigt, dass die Verschuldung mit 17 Mio. weitaus höher liegen
wird als von uns schon vor der Kommunalwahlen vorhergesagt, was von der Mehrheitsfraktion
und vom Bürgermeister noch vor kurzem als "Volksverdummung"
bestritten wurde.
Obwohl aus unserer Sicht noch weitergehende Sparanstrengungen notwendig
wären, hatte der Vertreter der FW/BI-Fraktion, Gemeinderat Bienheim,
seine Bereitschaft erklärt, dieses Ergebnis mitzutragen, um die Mehrheit
des Gemeinderats wenigstens auf diese Mindestziele zu verpflichten und damit
den Schuldenanstieg etwas zu bremsen.
Den Kern dieses Kompromisses bildet ein Paket notwendiger bzw. wünschenswerter
Investitionen, die nach Prioritäten kategorisiert werden sollten, um
den Schuldenanstieg auf ein in Relation dazu vertretbares Maß zu begrenzen.
Zu den Kriterien zählt nach der Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen
vor allem die Wirtschaftlichkeit von Investitionen. Bei dieser Einschätzung
gab es in einigen, im Bericht ausdrücklich erwähnten Punkten keinen
Konsens, was in der Berichterstattung leider völlig untergeht.
Vielmehr hat die Mehrheit des Gemeinderats in der letzten Zeit eine Reihe
von Investitionen beschlossen, die aus unserer Sicht den vereinbarten Kriterien
zuwiderlaufen. Dazu gehören das Kino, der Kunstrasenplatz und die Planung
für eine Neugestaltung des Abenteuerspielplatzes. Angesichts dieser Entwicklung
bestehen nicht nur ernsthafte Zweifel, dass die vereinbarte Schuldengrenze
bei Realisierung aller notwendigen Investitionen eingehalten werden kann.
Auch die im Bericht ausgedrückte Einsicht der anderen Fraktionen zur
Notwendigkeit einer strikten Ausgabendisziplin wirkt angesichts der Beschlüsse
der letzten Zeit wenig überzeugend. Dieser "Befreiungsschlag vor Toresschluss"
hat Gemeinderat Bienheim dazu bewogen, seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe
zu beenden.
Wenig Beachtung hat auch der Hinweis auf die Gemeinde-Entwicklungsplanung
im Bericht gefunden. Es wird erst noch darüber zu befinden sein, welche
Flächen der Bebauung und Veräußerung zugeführt werden
müssen, um die Lücke zwischen maximaler Verschuldung und zwingendem
Investitionsbedarf zu schließen.
Auch sehen Freie Wähler und BI sehr wohl noch mehr "Luft zum Sparen",
dafür war aber in der Arbeitsgruppe kein Konsens zu finden.
Einige Bemerkungen von Herrn Dr. Niebler deuten bereits darauf hin, dass
diese Vereinbarung von der Mehrheitsfraktion nach eigenem Belieben in Anspruch
genommen wird, um für umstrittene Vorhaben einen breiten Konsens zu suggerieren
und die Verantwortung für daraus resultierende finanzielle Engpässe
anschließend auf die „Konsensschulter“ zu verteilen.
Wir betonen trotzdem unsere Bereitschaft, an einer wirtschaftlich tragbaren
Investitionspolitik der Gemeinde mitzuarbeiten, kritisieren aber die geschilderten
Verstösse gegen den Geist der Vereinbarung.