Mitgliederversammlung 2009 - Tabus
hinterfragen Freie Wähler sind der Garant für einen sparsamen
Haushalt 17.11.2009
In seinem Bericht über das abgelaufene Jahr
betonte der 1. Vorsitzende Herbert Uhl den Zwang zum Sparen und warnte davor,
diese Bemühungen durch allzu viele Tabus zu verhindern.
Im Hinblick auf die aktuelle
Schuldendiskussion wies er darauf hin, daß es die Gemeinde trotz
Warnungen von FW/BI versäumt habe, mit den
reichlich sprudelnden Einnahmen Reserven zu bilden und Schulden zu tilgen.
Das Ergebnis der interfraktionellen Arbeitsgruppe wertete er als Erfolg von FW/BI, da sie nun nicht mehr der Volksverdummung
bezichtigt werden können.
Bei der Aufgabe, Wünschenswertes von Notwendigem zu unterscheiden,
solle man auch vor den immer zahlreicheren Tabus nicht zurückschrecken,
bei denen jegliche wirtschaftliche Be-trachtung ausgeblendet würde. Man
solle sich mehr Gedanken machen, wer diese Tabus aufbaut und mit welchen Hintergedanken.
Aufgabe eines Mandatsträgers könne es nicht sein, sich mit Gefälligkeiten
die Wiederwahl zu sichern, sondern verantwortungsbewußt mit den ihm
anvertrauten Steuergeldern umzugehen.
Da allen Entscheidungen neben den finanziellen Möglichkeiten auch eine
klare Vorstellung über die angestrebte Entwicklung bzw. Struktur der
Gemeinde zugrundeliegen solle, begrüße er die Einrichtung einer
interfraktionellen Arbeitsgruppe für ein Gemeindeentwicklungsprogramm.
Man dürfe sich aber nicht als Feigenblatt mißbrauchen lassen, und
die Diskussion dürfe nicht auf die Verwertbarkeit vorhandener Grundstücke
reduziert werden. Er kritisierte die bereits vorab erfolgte Festlegung auf
Szenario 2 (moderates Wachstum), dessen Manövriermasse, die Flächen
an der NOT und an der Fasanen-/Schwalbenstraße,
bereits verplant worden sei.
Auch bei der Planung des Ortszentrums um das Rathaus liege der Schwerpunkt
auf der Ver-wertung der Grundstücke, langfristige städtebauliche
Überlegungen träten in den Hintergrund. Er kritisierte weitere Planungskosten,
obwohl die Realisierung in weite Ferne gerückt sei.
Die Geothermie, die nicht nur ökologische, sondern langfristig
auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile und Versorgungssicherheit bietet,
sei zu befürworten, sofern ein wirtschaftlich überzeu-gendes, nachvollziehbares
Konzept vorliege. Bedenken bestehen gegen die Kommunalgesellschaft als Betreiber,
da deren mangelnde Transparenz Quersubventionen zu Lasten der Bürger
begünstige. Ein Arbeitsgruppe von FW/BI schlägt eine Bürgergesellschaft
vor und nennt den Wasserbeschaffungsverband Baldham als ein gutes und erfolgreiches
Beispiel.
Auch bei der Energetischen Sanierung und dem Bau von Kindergärten
müsse die Wirtschaftlichkeit stärker betrachtet werden. In der Diskussion
um ein neues Schwimmbad sähen die FW ein Freibecken - gerade
in Verbindung mit der Geothermie - als kostengünstige Alternative. Auch
könne man bei einem Sportbad für Schulen und Schwimmvereine die
Ansprüche an die Ausstattung etwas herunterschrauben.
Zum Schluß ging er noch auf die Aktivitäten der Freien Wähler
im abgelaufenen Jahr ein, wie den Antrag zur Einrichtung einer Linksabbiegerspur auf der B304 zur Alpenrosenstraße,
eine Initiative gegen die Einbahnregelung in der Schwalbenstraße,
die die Autofahrer in eine verkehrsberuhigte Zone zwinge, die Ablehnung der
kommunalen Verkehrsüberwachung. und die Unterstützung der vom Verein
"Mehr Demokratie" durchgeführte Abstimmung für Volksbe-gehren auf
Bundesebene.
Auf den 2006 gestellten Antrag auf Videoüberwachung
an den Fahrradständern der S-Bahn müsse die Gemeinde endlich reagieren.
Er begrüßte das auf Einladung der FW erfolgte Treffen von Bürgermeistern
zu einem einheitli-chen Verkehrskonzept im Landkreis, das von ihm angeregt
wurde, und mahnte eine stärkere Beteiligung der Vaterstettener Kommunalpolitik
an.