Schon wieder Volksverdummung? - Vorwürfe
von Frau Föller sind reine Polemik Freie Wähler sind der Garant für einen sparsamen
Haushalt 2.12.2009
In einer Reaktion auf den
Bericht des FW-Vorsitzenden Herbert J. Uhl auf
der diesjährigen Mitgliederversammlung hat die finanzpolitische Sprecherin
der CSU-Fraktion in zwei Artikeln in der Ebersberger Zeitung den längst
widerlegten Vorwurf der "Volksverdummung" wieder aufgewärmt.
Der erste Artikel zeigt einmal mehr die Verantwortungslosigkeit
der Vaterstettener CSU. Das einzige, was ihr einfällt, den Bürgern
immer wieder in die Taschen zu greifen, um ihren Größenwahn zu
finanzieren. Die ESt-Zuweisungen liegen selbst im Nach-Krisenjahr 2010 noch
immer auf dem Niveau von 2006. Statt die überraschenden Überschüsse
der Vorjahre zur Schuldentilgung zu verwenden, hat man lieber die Erwartungshaltung
in die Höhe geschraubt, um Wahlgeschenke zu verteilen. Ein gutes hat
die Krise: das steuersubventionierte Kino ist in weite Ferne gerückt.
Die Freien Wähler mahnen seit Jahren sparsames Haushalten an und ernten
wie die FBU nur Spott und Diffamierung. Die angedachte Grundsteuererhöhung
um immerhin 21% reicht gerade, um die Kosten des kürzlich fertiggestellten
Kunstrasenplatzes zu decken. Der geplante Kindergarten in Parsdorf kostet
das doppelte der förderfähigen - d.h. angemessenen - Kosten, Sparvorschläge
wurden von der Mehrheit abgewürgt. Man beleuchtet Radwege auf dem freien
Feld, kleidet die Bahnunterführung mit edelstem Marmor aus und dreht
einen Imagefilm für 47.000 Euro. Und das erst vor einigen Wochen vorgelegte
Straßenbauprogramm enthält so fragwürdige Maßnahmen
wie den Bau eines Radwegs nach Purfing entlang eines kaum befahrenen Sträßchens
für eine halbe Million, einen Verkehrs-Behinderungs-Kreisel in Hergolding
für 115.000 Euro und den Rückbau der Münchner Straße
in Neufarn für 800.000 Euro. Diese Liste läßt sich beliebig
fortsetzen.
Man braucht sich nur die Protokolle von Gemeinderats- und Ausschußsitzungen
anzusehen, wo man Monat für Monat vermeidbare Ausgaben im fünfstelligen
Bereich findet, meist mit einer oder zwei Gegenstimmen. Erst jetzt setzt
langsam ein Umdenken ein, aber offensichtlich noch nicht bei allen.
Im zweiten Artikel bestreitet sie gar die Einsparmöglichkeiten
der vergangenen Jahre und verweist auf die gestiegenen Kosten für Kindergärten.
Sie ignoriert wie die meisten ihrer Kollegen, daß die Einnahmen in
den Jahren 2007-2009 ungewöhnlich hoch waren und jeder verantwortungsbewußte
Gemeinderat hätte wissen müssen, daß dies mit zweijähriger
Verzögerung zu einem entsprechenden Anstieg der Kreisumlage führt.
Ebenso ignoriert sie die zahlreichen Sparappelle
von FW und BI (siehe oben), die nur aufgrund der bekannten Aussichtslosigkeit
nicht immer als formale Anträge eingebracht wurden. Daß es sie
gab, kann der aufmeksame Leser auf diesen Seiten leicht nachvollziehen.