Statt sich der Jahreszeit
entsprechend das Büßerhemd überzustreifen, beschönigt
der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr.Niebler in seinen Leserbriefen das selbstverschuldete
Debakel, indem er die Steuererhöhungen relativiert und die "massiven
Einsparungen" im Gemeindehaushalt als "Erfolg" darstellt.
Die Einnahmen der Gemeinde liegen in 2010 immerhin noch auf dem Niveau von
2006 und über dem der Jahre davor, die wahrlich keine schlechten waren.
Damals kam man mit dem Geld aus und machte kaum Schulden. Was ist aus den
ungewöhnlich hohen, auch vom Kämmerer nicht erwarteten Einnahmen
der Jahre 2007 und 2008 geworden? Der Jurist Niebler, der anderen die Kompetenz
für Haushaltsfragen abspricht, hätte als selbsternannter Haushaltsexperte
doch wissen müssen, daß man die Hälfte dieser Mehreinnahmen
zwei Jahre später an den Kreis abführen muß. Statt sie für
eine zumindest vorübergehende Schuldentilgung zu verwenden und so Zinsen
zu sparen, hat man das Geld mit vollen Händen ausgegeben, zum Wohle
dankbarer Wähler und damit des eigenen.
Und dann verschanzt er sich noch scheinheilig hinter der gemeinsam verabschiedeten
Haushaltsregel: Wenn die Ausgaben kurz zuvor um 20% explodiert sind, ist
es keine Kunst, sie auf diesem - überhöhten - Niveau einzufrieren.
So war diese Regel - zumindest von ihren Erfindern FW/BI - nicht gedacht.
Deshalb muß man die Zügel an dieser Stelle wohl weiter anziehen:
Einnahmensteigerungen, die über das inflationäre Maß hinausgehen,
sind zu einer Hälfte für den zwangsläufigen Anstieg der Kreisumlage
zurückzulegen, zur andern Hälfte zur Schuldentilgung zu verwenden.
Nur dann kann unser Haushalt nachhaltig gesunden.