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| Die sichtbaren und schon länger vorhergesagten demografischen
Veränderungen in Deutschland werden wir hier in Vaterstetten in spätestens
zwanzig Jahren deutlich spüren, die Gesellschaft wird immer älter,
auch wenn sich die Region München im wirtschaftlich-gesellschaftlichen
Wettbewerb besser behaupten wird als der übrige Teil Deutschlands. Wie kann sich unsere Gemeinde darauf vorbereiten? Was muss eine vorausschauende kommunale Politik tun, um darauf zu reagieren, ohne immer nur auf Wachstum zu setzen? Mit einem, auch von FW/BI immer wieder ins Gespräch gebrachten, langfristig formulierten Programm, das die verschiedenen Entwicklungsaspekte der Gemeinde bündelt: Wohnen-Gewerbe-Arbeit, Freizeit-Erholung, Bevölkerung-Verkehr, eben einem Gemeindeentwicklungsplan (GEP). Damit soll eine strategische Ausrichtung erfolgen, die insbesondere die schon länger in der Gemeinde diskutierten Zielvorstellungen bündelt: einige unverändert gültige Grundsätze des Flächennutzungsplans, die Ergebnisse der 2006/07 tätigen Zukunftswerkstatt, eine Folge des von FW/BI erzwungenen Bürgerentscheids 2005, sowie zwischenzeitlich gefasste Gemeinderatsbeschlüsse. |
Aus dem Wahlprogramm 2002 der CSU: "Für uns hat der Erhalt des Gartenstadtcharakters in Baldham und Vaterstetten höchste Priorität. ... Deshalb sind wir gegen die Ausweisung weiterer größerer Wohnbaugebiete. Deshalb werden wir auch überzogenen Bauwünschen Einzelner und einer schleichenden Nachverdichtung entgegentreten." |
| Der derzeitige Flächennutzungsplan ist fast 20 Jahre
alt, häufig verändert und an reale Planungen angepasst worden, hat
also keinerlei Lenkungsfunktionen für die Gemeindeentwicklung mehr.
Bis heute ist deshalb viel versäumt worden, was eine überzeugende
baulichen Entwicklung hätte fördern können. Wir beklagen insbesondere,
dass die Szenarien der Zukunftswerkstatt bis heute nicht ernsthaft diskutiert
und praxisgerecht aufgearbeitet wurden. Hier wurde bewusst auf die Bremse getreten und weiter gewurstelt. An der sog. Nord-Ost-Tangente wird entgegen der in fast allen Szenarien vorgesehenen gewerblichen Nutzung ein weiteres Wohngebiet hochgezogen. Eine der letzten großen innerörtlichen Freiflächen an der Fasanen-/Schwalbenstraße soll ebenfalls mit einer der üblichen gesichtslosen Bauträgersiedlungen zugestellt werden, ohne strukturelle Verbesserungspotentiale auszuschöpfen. Das Krippenhaus, das der Öffentlichkeit gegenüber als Vorwand für den Bebauungsplan diente, war von vorneherein an anderer Stelle geplant. Auch Ideen aus der Zukunftswerkstatt wie generationsübergreifendes Wohnen oder eine bessere Verkehrserschließung des Viertels wurde dem einzigen Zweck, Finanzmittel für das Krippenhaus zu generieren, untergeordnet. Der GEP könnte, wenn er denn gewollt und in offener Diskussion entwickelt würde, eine konzeptionelle Grundlage für die in einer Gemeinde von der Größe Vaterstettens so wichtigen Entwicklungsziele werden. FW/BI wollen sich dafür weiter nachdrücklich einsetzen und hoffen auf die Unterstützung aller Bürger. |
Wohnungen statt Gewächshäuser: An der "Nord-Ost-Tangente" sind neue Konflikte vorprogrammiert |