Freie Wähler Vaterstetten e.V.
 Siedlung und Verkehr
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Nachhaltige Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung: Unser Vorschlag
 
Vaterstetten muß nicht unbedingt das ganze Spektrum an Wohnformen anbieten, die der Ballungsraum ohnehin bietet. Es sollte sein Image erhalten, das die Menschen hierhergebracht hat, und von dem auch der Wert der Bausubstanz abhängt.

Bauträger werben in Neukeferloh mit Argumenten wie "Wohnen zwischen Wald und Villengärten ... wunderbare Naturlandschaft, mit den Wäldern, den Wiesen und - nicht weit - auch den Badeseen ... alles, was nur irgendwie das Ambiente eines gehobenen Wohnstandortes stören könnte, wurde an die Peripherie verbannt." Die Bauträger und Immobilienmakler wissen offensichtlich, im Gegensatz zu unseren Politikern, was die Menschen erwarten. Was sie verschweigen: daß sie mit ihrer Vermarktung genau das zerstören, was sie als Werbeargument verwenden.
Natürlich kann man - in Grenzen - die Inseln anspruchsvollen Wohnens durch andere Wohnformen ergänzen, aber man sollte ihren Charakter bewahren. Denn Nachfrage für diesen Sektor wird es im Großraum München immer geben - allerdings nur, solange das Umfeld stimmt. Andernfalls wandern diese Bürger ab, meist noch weiter nach draußen, und fahren dann an uns vorbei: noch mehr Verkehr, Staus, Abgase, weniger Lebensqualität. 
Eine denkbare Lösung wäre eine "Gartenstadtsatzung", wie sie in München vor kurzem verabschiedet wurde, die die Bebauungsabstände erhöht. Sicher kein Allheilmittel und kein Ersatz für Bebauungspläne, aber wo es um Baulücken geht - bei uns der häufigste Fall - ist mit Bebauungsplänen ohnehin nichts mehr zu retten.

Aber auch die Forderungen nach einer Einheit von Arbeit-Wohnen-Freizeit sind zu überdenken. Aus dem Nachhaltigkeitsbericht geht hervor, daß 85% der in Vaterstetten wohnenden Arbeitnehmer außerhalb des Ortes arbeiten. Umgekehrt kamen 75% der in Vaterstetten beschäftigten Arbeitnehmer aus anderen Orten. Deren Zahl hat sich seit 1992 verzehnfacht. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze nutzt also nicht den Einwohnern, sie zieht entweder Einpendler an oder veranlaßt diese, sich in der Gemeinde anzusiedeln. Sie erzeugt damit zusätzlichen Verkehr oder Siedlungsdruck, also genau die beiden Entwicklungen, die wir vermeiden wollen.