Gemeinderatswahl 2. März 2008
Lügenreflektor
19.01.08 Falsche Zahlen - Gezielte Täuschung?
Ursprünglich
hieß es im CSU-Internet: "Mitte Januar 2008 ließen die Freien
Wähler und die Bürgerinitiative "Zukunft besser planen" ein
Flugblatt verteilen, das vor falschen Zahlen und gezielten
Halbwahrheiten nur so strotzt."
Diese Behauptung
mußte sehr schnell berichtigt werden, denn das Flugblatt war
alleine von der BI herausgegeben worden. In der EZ vom 18.1.08 wurde
diese falsche Behauptung jedoch noch verbreitet.
Die inhaltlichen Vorwürfe werden auch in einem CSU-Flugblatt wiederholt, das am 19.1.08 verteilt wurde.
Darin heißt es: "Der Schuldenstand per 31.Dezember 2007 betrug nicht 11'1 Millionen Euro, sondern 9'4 Millionen Euro.
Die Aussage der BI zur Schuldenentwicklung wird auch von den Freien
Wählern getragen. Der Anstieg der Schulden bis Ende 2008 auf 13'2
Millionen Euro ist auf den Plakaten der Freien Wähler dargestellt.
Er ist dem vom Gemeinderat verabschiedeten Haushalt entnommen. Wie kann
Haushaltsexperte Pfeiffer das bestreiten? Er selbst hat in der
Zukunftswerkstatt diese Zahlen bestätigt. (Details)
"Die Verfasser des Flugblatts haben einfach Plan-Zahlen mit Ist-Zahlen "verglichen". Das ist unseriös!"
Dass die tatsächliche Entwicklung vom Plan abweichen kann, dürfte
niemand wundern. Bei öffentlichen Haushalten kommt es aber meist
nicht besser als geplant. Wenn das 2007 der Fall gewesen sein soll,
dann weiß die CSU wieder einmal mehr als die anderen Gemeinderäte,
die i.d.R. erst im April das tatsächliche Ergebnis erfahren.
Für den von uns dargestellten Zeitraum gibt es keine veröffentlichten Ist-Zahlen. Aber
die Planzahlen sind das Ergebnis der gewollten
und beschlossenen Politik des Bürgermeisters und der CSU und
demonstrieren deshalb richtig die Tendenz. Nur darauf kommt es an!
Aber auch das ist noch kein Anlaß zu der gespielten Empörung:
1. Wenn sich geplante Maßnahmen, wie z.B. das VHS-Gebäude oder das Kino,
aus irgendwelchen Gründen verzögern, kommt es natürlich
auch zu einer Verschiebung bei der Finanzierung. Das ändert aber
nichts am Willen der Gemeinderatsmehrheit, diese Verschuldung zu realisieren, und
diese wird mit etwas Zeitverzug auch erreicht.
2. Wenn die Einnahmen konjunkturell besser ausfallen als geplant, ist
das zwar erfreulich, aber sicher kein Verdienst der CSU. Aber wir sind
es ja gewohnt, daß sie alle positiven Ereignisse als ihr
Verdienst ausweist.
3. Wie die ESZ am 19.1.08 meldet, wurde bereits vor Weihnachten
für 1'6 Millionen ein weiteres Grundstück erworben. Damit
steigt die Verschuldung sogar noch höher als von uns dargestellt.
Da die CSU-Gemeinderäte dies natürlich wußten, entpuppt
sich die ganze Empörung als große Scheinheiligkeit.
"Für
das Haushaltsjahr 2007 war keine Kreditaufnahme notwendig. Im
Gegenteil: Die Gemeinde konnte im letzten Jahr sogar 590.000 Euro an
alten Darlehen tilgen.".
Die
Verschuldung der Gemeinde zum 31.12.2006 betrug € 8'794.203 (vgl. Haushalt 2007, S. 19 bzw. Bericht
Zukunftswerkstatt). Wenn
„keine Kreditaufnahme notwendig“ war, müsste die Verschuldung Ende 2007 also
ebenfalls 8'8 Mio. € betragen. Wenn „die Gemeinde im letzten Jahr sogar 590.000 € an alten Darlehen
tilgen“ konnte, müsste die Verschuldung Ende 2007 8'2 Millionen € betragen, und nicht 9'4 Millionen €. Die Argumentation der CSU ist also
offensichtlich nicht schlüssig.
"Eine 'Explosion' der gemeindlichen Verschuldung auf das Zweieinhalbfache in nur drei Jahren hat es nie (!) gegeben."
Die Grafik im Flugblatt der CSU ist nicht von uns!
Sie endet 2007, während wir den Zeitraum bis 2008 dargestellt
haben. Darauf bezieht sich unsere Aussage "auf das Zweieinhalbfache"
(2005-2008), also von 5'328 Millionen € auf 13'104 Millionen €, das ist
genau das 2,46-fache. Auch bei dieser Zahl handelt es sich um den
offiziellen Haushaltsplan der Gemeinde.
"Die
Gemeinde Vaterstetten hatte zu keinem Zeitpunkt fast alle ihre
Grundstücke veräußert. Im Gegenteil: Allein in den
letzten drei Jahren hat sie Grundstücke für über drei
Millionen Euro erworben."
Im Haushalt Vaterstetten 2006, Vorbericht S. 13 heißt es: "Die derzeit vermarktbaren Grundstücke sind
veräußert“. Diese Aussage des Kämmerers wurde im Arbeitskreis Finanzen der
Zukunftswerkstatt von niemand in Zweifel gezogen. (Details)
"Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde Vaterstetten (584 €) liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt (713 €)."
Etwas Abweichendes haben wir nie behauptet. Mit gutem Grund: Unter den Blinden ist der Einäugige König.
Und die Mehrzahl der Gemeinden in Bayern wird von der CSU regiert. Die
CSU Vaterstetten kann noch auf einen unterdurchschnittlichen
Schuldenstand verweisen, weil sie von einem niedrigen Niveau starten
durfte.
Noch einmal sechs Jahre absolute CSU-Vormacht und
Niedergesäß als Bürgermeister
und Vaterstetten wird auch hier in Bayern an der Spitze sein. (Details)
"Die tatsächliche Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde Vaterstetten beträgt aktuell sogar "nur" 437 Euro."
Diese Zahl entspricht den 9'4 Millionen; dieser Effekt
(Wohnungsbaudarlehen) wurde auch bei unseren Zahlen
berücksichtigt. Dieser Hinweis geht also ins Leere.
"In den letzten Jahren (2005 bis 2007) stieg die Verschuldung in der Tat um vier Millionen Euro an."
Na also! Nicht der genaue Stand der Verschuldung ist so
besorgniserregend, sondern die Entwicklung. Fast eine Verdopplung in zwei Jahren!
"Kein einziger dieser vier Millionen Euro floß in den Konsum (Gehälter etc.), jeder Euro wurde investiert."
Diese Aussage ist finanzwirtschaftlich Schwachsinn! Die
Verschuldung läßt sich nicht den unterschiedlichen
Verwendungsarten zuordnen, außer bei zweckgebundenen Darlehen.
Im Normalfall soll der Verwaltungshaushalt (Konsum) den
Vermögenshaushalt (Investitionen) füllen. Aber auch bei den Investitionen war nicht alles
unvermeidlich. (Details)
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